„Es liegt im Wesen von Wissen, ein gesellschaftliches Gut zu sein.“ Mit diesem Zitat des französisch-österreichischen Philosophen André Gorz im Bundestagswahlprogramm sagt die LINKE eigentlich alles. Denn 2009 geht es um eine Richtungsentscheidung bei der Bildung: Entweder unaufhaltsamer Weg in den umfassenden Bildungsmarkt oder hin zu mehr Chancengleichheit und Breitenwirkung in der Bildungspolitik.
So kann man die Auswirkungen marktliberaler Reformen im Bildungssektor analog zu den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen durchdeklinieren: Rückzug des Staates aus der Finanzierung, Erhärtung und Verstärkung sozialer Unterschiede, Privatisierung der Kosten, Elitisierung statt Demokratisierung. Die Verlierer sind dabei nicht nur die Bürger, im Bildungsbereich immer öfter „Kunden“ genannt, es sind auch die Beschäftigten an Hochschulen, Schulen und KiTas; und nicht zuletzt ist es die Gesellschaft.
Die LINKE tritt daher konsequent für den Paradigmenwechsel ein: Im Schulwesen soll längeres gemeinsames Lernen für mehr Chancengleichheit sorgen – also Kinder mitnehmen, statt sie auszusortieren. An den Hochschulen verschärfen Studiengebühren die soziale Schieflage, bestehen zu viele Zugangsbeschränkungen. Im Ausbildungsbereich müssen Unternehmen wieder stärker in die Pflicht genommen werden. Für KiTas muss ein Rechtsanspruch auf möglichst beitragsfreie Ganztagsbetreuung realisiert werden. Zur Finanzierung fordert die LINKE die Steigerung der Bildungsausgaben auf sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
Das Leitmotiv für Bildung muss primär die Selbstbestimmung des Einzelnen und ihre Rolle für ein verantwortungsvolles, solidarisches Miteinander in der Demokratie sein. Die LINKE hat das verstanden.